Verreisen mit Haustieren: Sicherheitstipps für den Urlaub

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Sie wollen mit Ihrem Hund in den Urlaub fahren oder auch nur für ein paar Tage verreisen? Hier erfahren Sie, was Sie einpacken sollten und wie Sie Ihr Tier im Bedarfsfall schützen.

Wir alle brauchen einmal eine Auszeit und unsere Hunde freuen sich, wenn sie dabei sein dürfen. Wenn Sie die folgenden Tipps beachten, steht einem sicheren, glücklichen und entspannten Urlaub mit Ihrem Vierbeiner nichts mehr im Weg.

Im Gegensatz zu Hunden ziehen die meisten Katzen es vor, nicht mit in den Urlaub zu fahren und zuhause in der vertrauten Umgebung zu bleiben. Wenn Sie jemanden organisieren, der Ihre Katze während Ihres Urlaubs bei sich aufnimmt oder sich in Ihren vier Wänden täglich um Futter, die Reinigung der Katzentoilette und Streicheleinheiten kümmert, ist Ihr Vierbeiner bestens versorgt.


Vorbereitungen vor der Abreise

Gute Vorbereitung ist der Schlüssel zu einem gelungenen Urlaub mit Hund. Ihr Haustier sollte vor der Abreise alle anstehenden Impfungen gehabt haben sowie entwurmt und gegen Parasiten behandelt sein (Kombi-Behandlung gegen Moskitos und die von ihnen übertragenen Wurmparasiten). Gegebenenfalls empfiehlt sich auch eine Infektionsprophylaxe.

Wenn Sie mit Ihrem Haustier in heiße und feuchte Klimazonen reisen, ist es u.U. ratsam ihm das Fell zu kürzen. Die Entscheidung sollte wohl überlegt sein, da das Fell auch ein wichtiger Sonnenschutz ist und Ihren Hund vor Sonnenbrand bewahren kann. Lassen Sie sich dazu fachkundig, z.B. bei einem Hundefriseur beraten, um herauszufinden, ob eine Sommerschur wirklich sinnvoll ist.

Ein Halsband mit Adressanhänger (Angabe der Ferienadresse in der Sprache des Urlaubslands oder zur Not in Englisch) und ein Mikrochip ermöglichen die Identifikation Ihres Haustiers, falls es sich verläuft. Hat Ihr Hund keinen Mikrochip, sollten Sie mit Ihrem Tierarzt erwägen, ob dieser nicht doch fürs Reisen vorteilhaft wäre. Hat Ihr Hund bereits einen Mikrochip, überprüfen Sie, ob die Kontaktdaten noch stimmen, damit Sie im Bedarfsfall kontaktiert werden können.  Diese Überprüfung ist auch bei der Katze, die die Ferien zuhause verbringt, sinnvoll.


Was Sie für Ihr Haustier einpacken sollten

Beim Verreisen mit Tieren sind folgende Dinge unerlässlich:

  • Kenntnis der Reisebestimmungen des Urlaubslandes (siehe auch Reisebestimmungen innerhalb der EU)
  • Tierhaftpflichtversicherung
  • Krankenversicherung bei Hunden
  • Impfpass
  • Futterbehälter/Futtersack
  • Leckerli
  • Reisenapf und -tränke
  • Kurzführ- und Feldleine
  • Ein oder zwei Lieblingsspielzeuge
  • Kausnacks
  • Kotbeutel
  • Maulkorb
  • Decken und Kissen zum Schlafen
  • Hundehalsband
  • Parasitenschutz und andere regelmäßige Medikamente, die Ihr Tier einnimmt

Stellen Sie sicher, dass Sie vor dem Reisen mit Hund rechtzeitig ausreichend Medikamente bestellen, und packen Sie eine kleine Reiseapotheke mit Zeckenzange, Desinfektions- und Durchfallmittel sowie sauberen Verbänden. Organisieren Sie für Notfälle die Telefonnummer eines Tierarztes an Ihrem Reiseziel.


Planen Sie ein Reiseziel und Aktivitäten, die auch für Ihr Haustier geeignet sind

Viele Urlaubsziele sind auf Haustiere eingestellt – aber nicht alle. Suchen Sie also eine Unterkunft, in der Vierbeiner willkommen sind, und bringen Sie in Erfahrung, ob es Einschränkungen gibt, was Hunde am Strand, in Parks oder beim Besuchen anderer für Sie interessanter Attraktionen betrifft.

Falls Sie noch unsicher sind, ob Sie wirklich mit Ihrem Hund verreisen wollen, sollten Sie zuerst überlegen, welche Aktivitäten Sie geplant haben und ob Ihr Haustier daran teilnehmen kann. Wenn Sie auf der Reise hauptsächlich shoppen, Essen gehen und Museen, Veranstaltungen oder andere Attraktionen erkunden wollen, hat Ihr  Vierbeiner möglicherweise nichts davon mitzukommen. Haben Sie für den Urlaub jedoch viele Aktivitäten im Freien, am Strand oder in Parks geplant, oder wollen Sie mit Ihrer Familie die meiste Zeit in der Nähe des Hotels oder der Ferienunterkunft verbringen, wird Ihr Hund bestimmt Spaß haben.

Spezielle Überlegungen für Reisen in den Süden

Gerade die Länder in Süd- und Südosteuropa zählen zu den Hochrisikogebieten, was parasitenübertragene Erkrankungen beim Hund betrifft. 

Krankheiten, wie die durch Sandmücken übertragene Leishmaniose oder die von der Braunen Hundezecke übertragene Ehrlichiose, sind hier stark verbreitet. Ebenfalls häufig sind bakterielle Infektionen und ein Befall mit parasitischen Würmern, die durch den Stich der Stechmücke (Moskito) in den Körper des Hundes gelangen können. Wie Stichproben in Griechenland und Italien ergeben haben, sind mancherorts 40 % aller Tiere mit dem Hundehautwurm (Dirofilaria repens) – einem nahen Verwandten des Herzwurms – infiziert. Auch wenn Ihr Tier zuhause noch nie Parasiten oder Zecken gehabt hat, heißt das nicht, dass es am Urlaubort davor gefeit ist. Eine neue Umgebung kann auch neue gesundheitliche Herausforderungen bedeuten.

Wir empfehlen Ihnen folgende Vorkehrungsmaßnahmen, um Ihr Haustier zu schützen und einen parasiten- und zeckenfreien Urlaub  genießen zu können:

  • Geben Sie Ihrem Tier ein Präparat zur Parasitenpräventation: Anti-Parasitenmittel gibt es in verschiedenen Formen und mit unterschiedlichen Wirkweisen. Geeignet ist z.B. das Seresto® Halsband für Hunde und Katzen oder Advantix® Spot-on für Hunde. Seresto® wirkt nicht nur gegen Zecken und Flöhe für bis zu acht Monate, sondern verringert auch das Infektionsrisiko für eine Leishmaniose durch Sandmücken über die gesamte Wirkdauer. Advantix® Spot-on sollte regelmäßig angewendet werden und wehrt Zecken, Schmetterlings- und Stechmücken ab. Zecken werden zusätzlich abgetötet. Indem Stiche so in der Regel verhindert werden können, wird indirekt auch die Wahrscheinlichkeit einer Leishmanioseinfektion vermindert.
  • Seien Sie vorsichtig, wenn Sie mit Ihrem Hund durch bewaldete Gebiete und am Strand spazieren.
  • Suchen Sie Ihr Tier täglich nach Zecken ab: Streichen Sie mit den Fingern langsam durch das Fell Ihres Tieres, um etwaige ungewöhnliche Erhöhungen zu erkennen. Seien Sie besonders gründlich an Kopf und Hals, im Brustbereich, zwischen den Zehen und an Maul und Lefzen.
  • Wenn Sie eine Zecke finden, entfernen Sie diese umgehend. Am besten eignet sich dafür ein Zeckenhaken, damit die Zecke nicht gequetscht wird und Krankheitserreger nicht in den Stichkanal gelangen. Ziehen Sie die Zecke gleichmäßig mit einem leichten Zug nach oben heraus. Desinfizieren Sie die Stichstelle und beobachten Sie in den folgenden Tagen, ob sich die Haut entzündet oder verändert. In diesem Fall sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen.


Wie kommen Sie an Ihr Reiseziel?

Sicheres Verreisen mit Haustieren im Auto

Bei Reisen mit dem Vierbeiner fällt die Wahl des Transportmittels in fast allen Fällen auf das Auto. Transportieren Sie Ihr Haustier am besten in einem speziellen Korb oder einer Transportbox. Diese sollte gut belüftet sein und Bewegungsspielraum bieten. Außerdem muss der Hund – wie auch der Mensch – während der Fahrt gesichert werden. Eine verschlossene Box oder ein mit dem Hundegeschirr verbundener Gurt ermöglicht eine sichere Autofahrt – nicht nur bei Fahrten in den Urlaub.

Falls Sie längere Reisen mit Ihrem Haustier planen, haben wir ein paar Tipps vorbereitet, damit Ihre Fahrt möglichst angenehm und stressfrei wird:

Falls Sie längere Reisen mit Ihrem Haustier planen, haben wir ein paar Tipps vorbereitet, damit Ihre Fahrt möglichst angenehm und stressfrei wird:

  • Füttern Sie Ihr Tier nicht direkt vor der Autofahrt.
  • Halten Sie alle zwei, drei Stunden an, damit Ihr Hund sich erleichtern, bewegen und frische Luft schnappen kann.
  • Denken Sie daran, dass auch Ihr Tier einen Sonnenbrand bekommen kann. Tragen Sie wenn nötig einen tierfreundlichen UV-Schutz auf und schützen Sie Ihr Tier im Auto mit einem Rollo oder Handtuch am Fenster vor der Sonne.
  • Beachten Sie: Schon weniger als sechs Minuten in einem unbelüfteten Auto können für Ihren Hund oder Ihre Katze tödlich ausgehen. Selbst bei offenen Fenstern kann die Temperatur im Auto schnell ansteigen und das Risiko Ihres Tieres, einen lebensgefährlichen Hitzekollaps  zu erleiden, steigt. Lassen Sie Ihr Haustier daher nie unbeaufsichtigt in einem heißen Auto und führen Sie immer einen Wasserbehälter mit sich, damit es bei Bedarf trinken kann und nicht dehydriert.

Sicheres Reisen mit der Bahn

Für die Reise mit der Bahn gilt: Hunde sollten während der gesamten Fahrt in einer Transportbox gesichert sein. Ist dies nicht möglich, muss der Hund unabhängig von Größe und Rasse einen Maulkorb tragen und angeleint sein (ausgenommen Behindertenbegleithunde). Hunde dürfen nicht auf dem Schoß oder einem Sitz platziert werden.

Gewöhnen Sie Ihren Hund im Vorfeld an Transportbox und Maulkorb. Ist eine längere Bahnfahrt geplant, teilen Sie diese am besten in mehrere Etappen mit längeren Umsteigezeiten ein. So entstehen Pausen, in der sich der Hund außerhalb des Bahnhofs bewegen und lösen kann.

Sicheres Reisen im Flugzeug

Die Beförderung von Hunden haben Fluggesellschaften unterschiedlich geregelt. Informieren Sie sich daher eingehend vor der Buchung. Kleinere Hunde können meist in einer Transportbox/-tasche an Board mitgenommen werden. Größere Hunde müssen dagegen in der Regel in Transportkisten im Frachtraum reisen. Auch hier gibt es unterschiedliche Vorgaben. Manche Fluggesellschaften stellen z. B. spezielle Flugboxen selbst und akzeptieren keine eigenen, andere dagegen machen eine eigene Transportbox zur Bedingung.

Turbulenzen, Druckausgleich, Reiseübelkeit, laute Geräusche, Temperaturschwankungen und keine Möglichkeit, Wasser zu lassen… Für die meisten Hunde sind Flugreisen überaus beängstigend und stressig. Sollte sich eine längere Flugreise dennoch nicht umgehen lassen, können Sie mit Ihrem Tierarzt über eine mögliche begleitende Behandlung mit stressmindernden Medikamenten sprechen.

Broschüre: Tierisch gute Reisevorsorge

Themen:
- Die häufigsten Reisekrankheiten
- Die richtige Reiseprophylaxe
- Tipps zum verreisen mit Haustier
- Praktische Urlaubscheckliste


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